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Jeder Strich ist ein Wagnis, ein Gehen in einen unbekannten Raum, ist ein Pendeln von mir weg und zu mir zurück – drinnen – draußen.
Für den Bruchteil einer Sekunde gibt es keinen Halt, da blitzt ein Bild auf, eine Erzählung, eine Landschaft, eine Erinnerung. Das ist MEINE Brücke – eine Brücke in mein künstlerisches Schaffen. Mein “Tatort”.
Ich arbeite auf Leinwand, Papier, gebrauche Pappmaché, Draht, Segelstoff, Gummireifen, Graphit, Asche, Buntstifte, Ölstifte, Bleistifte, Sand, Ölfarben und Acrylfarben.
Meine Segelinstallation ,Winde gebannt’ basiert auf der Odyssee von Homer. Sie ist die Rohmasse für meine Arbeit: alte Segelfetzen, bemalt, beschrieben, genäht und durchlöchert landen in einer Wasserwanne. Verborgene Geheimnisse lösen sich aus dem Material. Ich muss hinhören, was es MIR erzählt.
[EN]
Every stroke is a risk, a journey into unknown territory, a swing away from me and back to me – inside – outside.
For a fraction of a second, there is no hold, then an image flashes, a story, a landscape, a memory. This is MY bridge – a bridge to my artistic work. My “crime scene.”
I work on canvas, paper, using papier-mâché, wire, sailcloth, rubber tires, graphite, ash, colored pencils, oil pencils, pencils, sand, oil paints, and acrylic paints.
My sail installation, “Winde gebannt” is based on Homer’s Odyssey. It is the raw material for my work: old scraps of sail, painted, written on, sewn and perforated, end up in a water tub. Hidden secrets emerge from the material. I have to listen to what it tells ME.
[DE]
Das Dazwischen ist kein sicherer Ort, ein einsamer Ort – ohne Halt. Dazwischen ist Sehnsucht, ist Übergang, Sehnsucht nach Ankommen, Sehnsucht nach dem Gewesenen. Sind nicht Flüchtende dazwischen, müssen inzwischen eine Heimat finden?
B. Felicitas Hoess-Knahl will wissen was dazwischen ist. In ihren Arbeiten durchdringt sie Zwischenräume – zwischen Innen und Außen, zwischen Hier und Da, zwischen einem Herzschlag und dem darauffolgenden.
Zwischenraum, das ist das vermeintliche Nichts zwischen Etwas: eine Lücke, ein Riss, ein Intervall. Zwischenräume ordnen Raum und Zeit – als die Leere zwischen Körpern oder die Spanne zwischen Augenblicken. Sie trennen, kontrastieren und verbinden. Sie sind da und zugleich wieder weg. Wer sie auftuen will, muss Grenzen überschreiten, mit Dimensionen brechen und Verletzungen wagen.
[EN]
The in-between is not a safe place, a lonely place – without hold. In-between is longing, is transition, longing for arrival, longing for what has been. Aren’t refugees in between, have to find a home in the interim?
Felicitas Hoess-Knahl wants to know what is in between. In her works she crosses interstices – between inside and outside, between here and there, between one heartbeat and the following one.
In-between space, that is the supposed nothingness between something: a gap, a crack, an interval. Interstices order space and time – as the void between bodies or the span between moments. They separate, contrast, and connect. They are there and gone at the same time. Whoever wants to open them up must cross borders, break with dimensions and dare to violate them.